HPE ProLiant DL360 Gen10

HPE ProLiant DL360 Gen10: Der kompakte Arbeitssklave fürs Rechenzentrum
Server sind selten spannend. Sie stehen rum, blinken, machen Geräusche und kosten Geld. Und wenn sie gut sind, fallen sie dir genau dadurch auf, dass du sie monatelang komplett vergisst. Genau in diese Kategorie fällt der HPE ProLiant DL360 Gen10: ein 1U-Rackserver, der nicht cool aussehen muss, weil er im Rack sowieso niemanden beeindruckt. Er soll laufen. Und das tut er.
Der HPE ProLiant DL360 Gen10 ist ein 1U-Rackserver, der auf maximale Dichte, solide Performance und saubere Verwaltungsfunktionen ausgelegt ist. Er ist besonders dort beliebt, wo Platz teuer ist und man trotzdem viele Systeme unterbringen will: Virtualisierung, Datenbanken, Web- und Applikationsserver, VDI, Infrastrukturrollen (AD, DHCP, RADIUS, Monitoring) oder auch klassische „wir brauchen einfach stabile Compute-Kisten“-Szenarien.
Formfaktor und Zielgruppe
Mit 1 Höheneinheit (1U) passt der DL360 Gen10 in praktisch jedes Standardrack. Das ist sein wichtigster Vorteil: viel Leistung auf wenig Raum. Typische Zielgruppen sind mittelständische IT-Abteilungen genauso wie große RZ-Betreiber, die standardisierte Hosts in großen Stückzahlen ausrollen.
Hardware: Fokus auf Compute-Dichte
CPU: Intel Xeon Scalable (1st/2nd Gen)
Der DL360 Gen10 basiert auf Intel Xeon Scalable (je nach Ausbaustufe und Firmware/Board-Revision). Du kannst ihn mit bis zu 2 CPUs bestücken, was ihn als Virtualisierungshost oder für parallele Workloads attraktiv macht.
Praxisnutzen:
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Mehr Kerne = mehr VMs/Container pro Host
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Dual-Socket = mehr Speicherkanäle und mehr RAM-Kapazität
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Gute Balance aus Takt, Kernen und Energieverbrauch (je nach CPU-Wahl)
Arbeitsspeicher: viel RAM für VMs
Der Server unterstützt DDR4 ECC Registered (je nach Konfiguration und CPU-Generation). Für Virtualisierung gilt wie immer: RAM ist der wahre Boss, CPUs sind oft nicht mal das Limit.
Storage: Flexibel, je nach Backplane
Der DL360 Gen10 ist in unterschiedlichen Laufwerksvarianten erhältlich, typischerweise mit:
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SFF (2,5”) für SSD-lastige Performance-Setups
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LFF (3,5”) eher seltener in 1U, aber möglich je nach Modell/Trays
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NVMe-Konfigurationen (modellabhängig) für niedrige Latenz
RAID: Smart Array Controller
HPE setzt hier auf Smart Array-Controller (z. B. P4xx/P8xx-Varianten, abhängig von Ausstattung). Damit sind klassische RAID-Setups wie RAID1/5/10 üblich. Für viele Umgebungen reicht das völlig, besonders wenn man sowieso auf SAN/VSAN/Storage-Cluster setzt.
Typische Entscheidung:
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Lokales RAID1 für OS + Boot
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Datastore/VMs entweder lokal (RAID10/SSD) oder zentral (SAN/vSAN)
Netzwerk: je nach Bedarf von Basic bis ordentlich
Je nach Konfiguration sind Onboard-NICs vorhanden und/oder zusätzliche Adapter über PCIe-Riser. In der Praxis sieht man oft:
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2x1GbE (klassisch)
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4x1GbE (für getrennte Netze: Management, vMotion, Storage, VM)
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2x10/25GbE (moderner Standard im Virtualisierungsbereich)
Remote-Management: iLO 5 (der eigentliche Grund, warum Leute HPE kaufen)
HPE iLO 5 ist einer der größten Pluspunkte der ProLiant-Reihe. Das Ding spart dir im Alltag Zeit, Nerven und Nachtstunden.
Typische Funktionen:
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Remote-Konsole (je nach Lizenzumfang)
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Power-Cycle, Boot-Reihenfolge, Firmware-Updates
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Hardware-Health, Logs, Alerts
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Integration in Monitoring/Management (SNMP, REST, etc.)
Wenn du viele Server betreibst, ist iLO nicht „nice to have“, sondern „wenn du es nicht hast, leidest du“.
Sicherheit und Zuverlässigkeit: Silicon Root of Trust & Co.
Der DL360 Gen10 bringt HPE-typisch Features mit, die im Enterprise-Umfeld wichtig sind:
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Firmware-Integritätsprüfungen
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Secure Boot
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Laufende Hardwareüberwachung (Thermals, Lüfter, PSU, Drives)
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Redundante Netzteile (je nach Konfiguration)
Das ist nicht sexy, aber genau das verhindert den Klassiker: „Warum ist der Host um 03:12 Uhr einfach tot?“
Typische Einsatzszenarien
1) Virtualisierung (VMware/Hyper-V/Proxmox)
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Sehr häufig als ESXi-/Hyper-V-Host eingesetzt
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Dual-Socket + viel RAM + 10GbE = solide Basis
2) Infrastrukturrollen
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AD, Fileservices, Print, Monitoring, Backup-Proxies, Jump Hosts
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Besonders in Clustern oder als redundante Paare
3) Datenbanken und Applikationen
- Wenn die Last moderat bis hoch ist und geringe Latenz zählt (SSDs/NVMe)
4) Edge/Remote-Standorte
- Weil 1U wenig Platz frisst und iLO die Fernwartung erleichtert
Worauf man beim Kauf/Upgrade achten sollte
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CPU-Generation (Skylake/Cascade Lake) und BIOS/Firmware-Stand
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RAM-Bestückung: lieber symmetrisch nach Channels, nicht wild zusammengestückelt
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Backplane: SFF/NVMe-Optionen vorher klären, später „mal eben“ umbauen nervt
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RAID-Controller + Cache/BBU: entscheidet über Performance und Stabilität
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iLO-Lizenz: Remote Console und Media hängen oft an Lizenzstufen
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Lautstärke: im Büro wird er schnell zur akustischen Drohung
Fazit
Der HPE ProLiant DL360 Gen10 ist kein glamouröses Stück Technik, sondern ein zuverlässiger 1U-Server für ernsthafte Arbeit. Seine Stärken liegen in Compute-Dichte, guter Erweiterbarkeit, solider Storage/RAID-Optionen und sehr brauchbarem Remote-Management (iLO 5). Wenn du einen stabilen Rack-Server suchst, der in typischen Unternehmens-Setups sauber läuft und gut administrierbar ist, ist das genau die Sorte Maschine, die man kauft und dann (meistens) vergisst, weil sie einfach macht.